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Lebenslauf

Ich wurde in Zürich geboren, zu einer Zeit als der Schweiz von Norden Unheil drohte. Deshalb wurde ich im Alter von vier Jahren Assistent des Ziegenhirten im Stechelberg, am Fuße der Jungfrau. Meinen ersten Job bekam ich das Jahr darauf: Ich durfte Lebensmittel, die Damen vergessen hatten im Laden meiner Eltern zu kaufen, in ihre Villen am Zürichberg austragen. Meine Schuljahre waren schrecklich, weil man immerzu buchstabieren musste; etwas das ich in allen Sprachen, die mir heute geläufig sind, nicht kann. Leider kamen in der Schule niemals Fragen über den Inhalt von Karl Mays Büchern an Prüfungen vor. Was zählte waren Hausaufgaben, die ich leider täglich vergaß.

Als Statist am Schauspielhaus Zürich lernte ich Verschiedenes über Sprache, Literatur, Schauspiel und Eitelkeit. Leider wusste man zu dieser Zeit nicht was Dislexia ist, und ich wurde von der vornehmen Klasse der Intellektuellen exkommuniziert, als ein Bösewicht, der seine Lehrer ärgert, indem er mit der Zahl seiner Orthographiefehler die Summe der Fehler aller Klassenkameraden übertraf. Den Ausschluss vom Gymnasium beantwortete ich damit, dass ich mit gefälschter Unterschrift einen Ausweis besorgte und nach Paris entfloh.

An der Eidgenössischen Technischen Hochschule, wo ich Erdwissenschaften studierte, war das Studium zu einfach. Meinen Doktor Titel erarbeitete ich am California Institute of Technology, wo das Studium weitaus schwieriger, und aufschlussreicher war.

Als post-doc arbeitete ich am Lamont Observatory der Columbia University, New York. Während den darauf folgenden zwei Jahrzehnten war ich Professor für Seismologie an der University of Colorado in Boulder und Fellow of CIRES. In den Rocky Mountains meinen drei Kinder das Skilaufen beizubringen war eines meiner schönsten Projekte. Mein letztes Jahrzehnt als Professor habe ich auf dem Wadati Chair am Geophysical Institute of the University of Alaska in Fairbanks zugebracht. Mit meinem Sohn ein Haus von Grund auf zu bauen war wohl mein erfolgreichstes Projekt. Als Gastwissenschafter habe ich in Deutschland, der Schweiz, Mexico, Japan und Indien gearbeitet.

Zur Zeit bin ich Direktor der World Agency for Planetary Monitoring and Earthquake Risk Reduction in Genf. Unser Hauptprojekt zielt darauf die Zahl der Toten und Verwundeten innerhalb einer Stunde nach Erdbeben weltweit zu schätzen, damit Rettungsaktionen prompt gestartet werden können, falls nötig. Wir sind heute die einzigen, mit dem für diese Rechnungen notwendigen Datensatz.

Seit zehn Jahren arbeite ich an den Romanen und Kurzgeschichten, die sich in meinem Kopf angesammelt haben.

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